„Innerhalb deiner Tore“: So heißt das Forum, das am 7. September 2026 in Jerusalem seine Arbeit aufnimmt. Zum Team des Förderergremiums gehört Margaret Karram, Präsidentin der Fokolar-Bewegung.

von Stefania Tanesini und Tina Rudert

Auf Initiative des lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und in Kooperation mit dem akademischen Zentrum der Universität Notre Dame in Jerusalem beginnt am 7. September 2026 die interdisziplinäre Arbeit im Forum „Innerhalb deiner Tore“. Zum Förderergremium gehört auch Margaret Karram. Sie sagt nach dem offiziellen Start des Forums: „Diese Initiative lässt mein Herz höher schlagen, denn ich habe 24 Jahre lang in Jerusalem gelebt.“

Ziel ist es, die universelle Berufung Jerusalems und ihre Bedeutung für die gesamte Menschheit zu erforschen. Wissenschaftler, religiöse Führer, Vertreter der Zivilgesellschaft und Fachleute aus verschiedenen Traditionen, Gemeinschaften und Disziplinen sind beteiligt, geplant sind Tagungen, öffentliche Initiativen sowie angewandte Forschung.

Die Sprache von Konflikt und Versöhnung

Das Forum „Innerhalb deiner Tore“ möchte so einen Raum schaffen, in dem Jerusalems Wunden und komplexe Probleme realistisch angegangen und gleichzeitig neue Zukunftsperspektiven eröffnet werden. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das Gemeinwohl der Bewohnerinnen und Bewohner der Heiligen Stadt. Es befasst sich mit Themen wie der Sprache von Konflikt und Versöhnung, der theologischen und menschlichen Bedeutung Jerusalems sowie den Handlungsmöglichkeiten in Kontexten, die von gravierenden Einschränkungen geprägt sind. Margaret Karram definiert als Ziel dieser Initiative, „einen wahrhaft neuen Weg zu finden, über Frieden zu sprechen“.

Margaret Karram. Foto: Javier Garcia / CSC Audiovisivi
Margaret Karram. Foto: Javier Garcia / CSC Audiovisivi

„In diesem schmerzlichen Moment für das Heilige Land und so viele andere Orte der Welt“,  sagt Margaret Karram, „brauchen wir Räume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Glaubensrichtungen sich begegnen, einander zuhören und gemeinsam neue Wege suchen können.“ In einer der ersten bereits erfolgten Studien sei es um das Thema Sprache gegangen. In Jerusalem sei ihr bewusst geworden, „wie sehr wir die Art und Weise, wie wir heute sprechen, ändern müssen“. Es gehe darum, Wege zu finden, „unsere Geschichten zu erzählen und über unsere Wunden zu sprechen“.

„Es ist ein schwieriger Weg“

Margaret Karram ist christliche Palästinenserin. Sie sagt: „Es ist mir eine große Ehre, Teil dieses Forums zu sein; die gesamte Fokolar-Bewegung fühlt sich ebenfalls geehrt. Wir möchten dessen Ziel mit unserer Erfahrung und unserem täglichen Engagement für den Frieden unterstützen. Es ist ein schwieriger Weg, aber wir glauben, dass jede aufrichtige Geste des Dialogs und der Geschwisterlichkeit dazu beitragen kann, ihn zu verwirklichen.“ Und weiter: „Es ist eine kreative Initiative, die neue Wege findet, um Frieden zu stiften und Jerusalems universelle Berufung wiederzuentdecken. Deshalb habe ich im Namen der gesamten Bewegung versprochen, dass wir uns einsetzen und zusammenarbeiten werden, damit diese Initiative weltweit bekannt wird.“

Zum Förderverein unter Vorsitz von Pizzaballa gehören außerdem der Philosoph und Schriftsteller Sari Nusseibeh, ehemaliger Präsident der al-Quds-Universität, und Sarah Stroumsa, emeritierte Professorin für Arabistik und ehemalige Rektorin der Hebräischen Universität Jerusalem. Das Forum wird von Daniel Schwake von der Universität Notre Dame geleitet.

Die Mitgliedschaft von Margaret Karram im Vorstand ist Teil des Engagements der Fokolar-Bewegung für Geschwisterlichkeit, Dialog und den Aufbau friedlicher Beziehungen, selbst in Kontexten, die von Spaltung und Konflikten geprägt sind.

Das Original der Stellungnahme von Margaret Karram unmittelbar nach Eröffnung des Forums finden Sie in italienischer Sprache mit englischen Untertiteln hier.


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